Backofen Reparatur

Aufbau und Verschleißteile eines Backofens

Ein Backofen erzeugt Wärme über mehrere Heizkörper, während Sensoren und Elektronik die Temperatur und den Betriebsablauf steuern. Tür, Dichtung und Scharniere halten die Hitze im Garraum und ermöglichen ein gleichmäßiges Garen. Welche Bauteile verbaut sind, hängt von Bauart, Ausstattung und Alter des Geräts ab. Bei einer Backofen-Reparatur hilft die Kenntnis dieser Funktionen, Symptome den passenden Baugruppen zuzuordnen. Die Bedienungsanleitung nennt außerdem die für das jeweilige Modell vorgesehenen Heizarten und Temperaturgrenzen.

Heizkörper und Umluft

Bei Ober- und Unterhitze erwärmen getrennte Heizkörper den Garraum von oben und unten. Die Oberhitze bräunt die Oberfläche und kann etwa zum Überbacken eingesetzt werden; die Unterhitze bringt Wärme an den Boden und eignet sich beispielsweise für Böden, die durchbacken sollen. Beide Heizarten arbeiten ohne den Umluftventilator. Je nach Modell lassen sich die Heizkörper einzeln oder gemeinsam ansteuern, und die gewählte Temperatur wird über die Steuerung geregelt.

Ein Grillheizkörper sitzt meist im oberen Bereich und liefert intensive direkte Strahlungswärme. Er wird häufig zum kurzen Bräunen oder Grillen genutzt; manche Geräte bieten mehrere Grillstufen, bei denen nicht immer eine genaue Garraumtemperatur eingestellt wird. Bei einem kräftigen Grillbetrieb können Oberflächen rasch dunkel werden, während der übrige Garraum weniger gleichmäßig erwärmt ist. Die passende Einstellung und Einschubhöhe richten sich nach der Anleitung des Geräts.

Bei Umluft erhitzt ein Ringheizkörper die Luft rund um den Ventilator an der Rückwand. Der Ventilator verteilt diese warme Luft im Garraum, sodass mehrere Einschubebenen gleichmäßiger versorgt werden als bei Ober- und Unterhitze. Die Wärme wird dabei nicht ausschließlich von oben oder unten auf das Gargut übertragen. Viele Backöfen ermöglichen beim Backen Einstellungen bis etwa 250 °C; einzelne Modelle reichen bis ungefähr 275 °C. Maßgeblich ist stets der Temperaturbereich des konkreten Geräts.

Der Ringheizkörper ist nicht mit dem Ventilator gleichzusetzen: Die Heizspirale erzeugt die Wärme, der Ventilator bewegt die Luft. Bei einer Störung kann eine Heizart ausfallen, während eine andere noch funktioniert, weil unterschiedliche Heizkörper oder Schaltkontakte beteiligt sind. Ein ungleichmäßiges Ergebnis allein beweist jedoch nicht, dass ein bestimmtes Bauteil defekt ist; Beladung, Einschubhöhe und gewählte Heizart beeinflussen die Hitzeverteilung ebenfalls.

Pyrolytische Selbstreinigung arbeitet mit deutlich höheren Temperaturen als gewöhnliches Backen, typischerweise etwa 400 bis 500 °C im Garraum. Der pyrolytische Backofen verriegelt die Tür während des Reinigungszyklus automatisch, damit sie sich bei dieser Hitze nicht öffnen lässt. Bleibt sie unmittelbar nach Programmende verriegelt, ist das bis zum ausreichenden Abkühlen kein Defekt; die Entriegelung erfolgt erst, wenn die Temperatur wieder im sicheren Bereich liegt. Eine gewaltsame Öffnung kann Schloss oder Türmechanik beschädigen.

Temperaturfühler und Steuerung

Ein Temperatursensor erfasst die Wärme im Garraum und übermittelt Messwerte an die Steuerung. Häufig kommen temperaturabhängige Widerstandsfühler zum Einsatz, deren elektrischer Widerstand sich mit der Temperatur verändert. Die Elektronik vergleicht den Messwert mit der eingestellten Solltemperatur und schaltet die Heizkörper abhängig davon zu oder ab. Der Fühler sitzt so, dass er die Garraumtemperatur erfassen kann, ohne direkt mit dem Gargut in Kontakt zu kommen.

Erreicht der Backofen die eingestellte Temperatur deutlich zu früh oder zu spät, schwankt die Wärme stark oder erscheint eine Fehlermeldung, können Sensor, Verkabelung oder Steuerung beteiligt sein. Ähnliche Anzeichen entstehen aber auch bei einem Heizkörper oder einem Schaltkontaktproblem. Ein einzelnes Symptom reicht daher nicht aus, um den Temperatursensor als Ursache festzustellen. Eine fachgerechte Diagnose vergleicht Messwerte und Bauteilzustände mit den Vorgaben des jeweiligen Modells.

Zusätzlich zum Regelungsfühler besitzen viele Geräte einen Sicherheits-Temperaturbegrenzer. Er unterbricht die Heizleistung, wenn eine unzulässig hohe Temperatur erkannt wird, und schützt damit Gerät und Umgebung vor Überhitzung. Je nach Konstruktion kann dieser Begrenzer selbsttätig zurückschalten oder nach einer Auslösung ersetzt werden müssen. Er übernimmt eine Schutzfunktion und ist nicht mit dem normalen Temperaturfühler gleichzusetzen, der den Backbetrieb laufend regelt.

Auf der Steuerplatine verarbeiten elektronische Bauteile die Sensorsignale. Relais schalten dabei je nach Schaltungsaufbau die Stromversorgung einzelner Heizkörper oder anderer Verbraucher. Verschlissene oder beschädigte Relaiskontakte können dazu führen, dass ein Heizkreis nicht zuverlässig geschaltet wird; auch Fehler an der Platine können die Temperaturregelung beeinträchtigen. Bei Modellen mit Umluft steuert die Elektronik außerdem den Ventilator für die Wärmeverteilung, während ein separates Kühlgebläse Elektronik und angrenzende Bauteile vor übermäßiger Wärme schützt.

Für die Eingrenzung eines Steuerungsfehlers sind Modellnummer, angezeigter Fehlercode und das Verhalten des Geräts bei den verschiedenen Betriebsarten hilfreiche Angaben. Die Bedienungsanleitung erklärt, welche Meldungen vorgesehen sind und ob sie nach einem normalen Programmende auftreten können. Das Gehäuse zu öffnen, Messungen an stromführenden Teilen vorzunehmen oder interne Bauteile auszubauen, ist keine Arbeit für Laien: Solche Prüfungen und Reparaturen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Türdichtung und Scharniere

Die Türdichtung schließt den Spalt zwischen Tür und Garraum ab und begrenzt den Austritt heißer Luft. Bei vielen Geräten ist sie als umlaufendes, hitzebeständiges Profil ausgeführt und kann mit der Zeit spröde, verformt oder eingerissen werden. Sichtbare Risse, abgeflachte Stellen oder eine Dichtung, die sich aus ihrer Nut löst, sind typische Verschleißzeichen. Eine beschädigte Dichtung lässt Wärme entweichen und kann dadurch die Temperaturverteilung sowie den Energieverbrauch ungünstig beeinflussen.

Scharniere halten die Tür in Position und führen sie beim Öffnen und Schließen. Häufige Bauarten besitzen Federmechanismen; bei manchen Modellen lässt sich die Tür zum Reinigen über Sicherungsbügel aus den Scharnieren nehmen. Schwergängigkeit, seitliches Spiel oder eine Tür, die nicht bündig am Rahmen anliegt, können auf verschlissene Scharniere oder eine verstellte Türmechanik hindeuten. Dichtung und Scharniere wirken gemeinsam: Schon ein kleiner Spalt kann den Wärmeverlust erhöhen und die gewünschte Hitzeentwicklung im Garraum erschweren.

Das Kühlgebläse führt nach außen Wärme ab, die sich im Bereich von Elektronik und Möbeln sammelt; es kann je nach Modell auch nach dem Ausschalten noch eine Zeit lang laufen. Eine ungewöhnlich lange Laufzeit lässt sich nicht allein beurteilen, ohne Betriebsart und Gerätetyp zu kennen. Dichtungsprofil und Scharniermechanik zählen zu den beanspruchten Teilen, weil sie bei jedem Öffnen und Schließen bewegt werden und regelmäßig hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

Typische Fehler und mögliche Ursachen

Ein auffälliges Backofenverhalten kann auf ein einzelnes Bauteil oder auf die Temperatursteuerung zurückgehen. Bei der Backofen-Reparatur grenzt eine Fachkraft die Ursache anhand des Wärmebilds, des zeitlichen Verlaufs und elektrischer Messwerte ein. Von außen lässt sich beobachten, ob die Hitze ganz ausbleibt, nur in einer Betriebsart fehlt oder nach dem Abschalten weiter ansteigt. Öffnen des Geräts und Messungen an Netzspannung gehören ausschließlich in die Hände einer Elektrofachkraft.

Backofen heizt nicht oder nur schwach

Wenn der Backofen heizt nicht oder nur schwach, entscheidet zunächst das sichtbare Heizverhalten darüber, welche Bauteile als Ursache infrage kommen. Ein defektes Heizelement, eine ausgelöste Thermosicherung, ein fehlerhafter Temperaturfühler oder ein Relais auf der Steuerplatine können die Wärmeentwicklung unterbrechen. Prüfen Sie ausschließlich von außen, ob das Problem in jeder Betriebsart auftritt oder ob eine bestimmte Heizart betroffen ist.

Beobachtungen bei ausbleibender oder schwacher Heizleistung
SymptomWahrscheinliche UrsachePrüfung von außenWann eine Fachkraft nötig ist
Bei Oberhitze bleibt der Garraum kühl, bei Unterhitze wird er warm.Das obere Heizelement oder dessen Anschluss kann defekt sein.Die Betriebsarten vergleichen und auf sichtbare Rotglut des oberen Elements achten; bei manchen Geräten ist sie im Betrieb nicht deutlich erkennbar.Bleibt Oberhitze wiederholt ohne Wirkung, muss das Heizelement samt Anschluss fachgerecht geprüft werden.
Bei Unterhitze bleibt der Boden kühl, während Oberhitze funktioniert.Ein defektes unteres Heizelement ist naheliegend.Ein bekanntes Backprogramm mit Unterhitze wählen und beobachten, ob sich der Garraum nach etwa 10 bis 15 Minuten erwärmt.Heizt der Ofen nur oben oder nur unten, deutet das auf das jeweilige Heizelement; die elektrische Prüfung übernimmt eine Fachkraft.
Alle Heizarten bleiben kalt, obwohl Anzeige und Innenlicht funktionieren.Eine Thermosicherung, ein Fühler oder ein Relais der Steuerplatine kann die Beheizung verhindern.Notieren, ob die Anzeige einen Fehlercode zeigt und ob das Verhalten in mehreren Heizarten gleich bleibt.Bei komplett ausbleibender Wärme oder wiederkehrender Unterbrechung sind Messungen an Sicherungskreis, Fühler und Steuerung erforderlich.
Der Ofen heizt erst verzögert oder nur zeitweise.Ein intermittierender Relaiskontakt, ein Fühlerfehler oder ein beschädigtes Heizelement kommt infrage.Aufzeichnen, welche Betriebsart gewählt ist und wann die Heizleistung aussetzt; ein einzelner kurzer Temperaturwechsel reicht nicht für eine Diagnose.Setzt die Wärme in mehreren Zyklen aus, kann der Techniker Heizelement und Relais anhand von Widerstands- und Schaltmessungen unterscheiden.

Ein bloßer Blick auf ein Heizelement beweist keinen Defekt: Manche Elemente glühen nur schwach oder sind durch Abdeckungen verdeckt. Wird der Garraum trotz wiederholter Nutzung einer bestimmten Heizart nicht warm, sollte die betreffende Schaltung professionell geprüft werden; Abdeckungen bleiben geschlossen.

Ofen wird zu heiß oder zu kalt

Eine wiederkehrende Abweichung zwischen gewählter und erreichter Temperatur kann vom Temperaturfühler, einem klemmenden Relais oder einer falsch eingestellten Temperaturkorrektur stammen. Auch ein fehlerhafter Temperaturregler kann die Heizphasen zu früh beenden oder zu lange fortsetzen. Für die Eingrenzung zählt, ob die Abweichung in allen Betriebsarten gleich ausfällt und ob der Ofen nach Erreichen der Einstellung weiterheizt.

Hinweise auf Abweichungen der Backofentemperatur
BeobachtungWahrscheinliche UrsacheÄußere PrüfungEinordnung
Bei einer Einstellung von beispielsweise 180 °C bleiben Speisen wiederholt deutlich blass oder garen ungewöhnlich lange.Ein Fühler kann eine zu hohe Temperatur melden; möglich sind auch ein schwaches Heizelement oder eine unpassende Offset-Einstellung.Dieselbe Speise und Betriebsart bei gleicher Einschubhöhe vergleichen und Abweichungen über mehrere Garvorgänge notieren.Eine wiederholte Abweichung von etwa 20 °C oder mehr ist ein sinnvoller Anlass für eine genauere Prüfung; die zulässige Toleranz ist modellabhängig.
Speisen bräunen deutlich zu schnell, obwohl die eingestellte Temperatur unverändert ist.Ein Fühler mit fehlerhaftem Messwert oder ein klemmendes Relais kann die Heizleistung zu lange anfordern.Beobachten, ob das Überbräunen in mehreren Betriebsarten auftritt und ob es nach einer niedrigeren Einstellung weiterhin besteht.Ein Techniker vergleicht den Fühlerwert mit der Temperaturentwicklung und prüft, ob das Relais nach dem Schaltbefehl öffnet.
Die Anzeige blinkt oder die Uhr muss häufig neu gesetzt werden.Verriegelungs-, Demonstrations- oder Timer-Modus kann die Bedienung beeinflussen; das bedeutet nicht automatisch einen Gerätedefekt.Das angezeigte Symbol und die gewählte Funktion mit den Angaben in der Bedienungsanleitung des Modells abgleichen.Bleibt die Heizleistung trotz korrekt gewählter Betriebsart aus, kommen zusätzlich Fühler, Thermosicherung oder Steuerplatine infrage.
Die Temperatur schwankt stark oder steigt nach dem Abschalten weiter.Ein Fühlerfehler oder ein geschlossen hängen gebliebenes Relais ist möglich.Beobachten, ob die Anzeige auf die Einstellung reagiert und ob die starke Abweichung bei einem weiteren Garvorgang wiederkehrt.Bei anhaltendem Nachheizen oder deutlicher Überhitzung den Betrieb beenden und die Steuerung fachgerecht prüfen lassen.

Ein Temperatur-Offset ist bei manchen Modellen über das Einstellmenü korrigierbar; Umfang und Bedienfolge unterscheiden sich je nach Hersteller. Vor einer Korrektur sollte der Temperaturregler geprüft und die modellbezogene Anleitung herangezogen werden, damit eine technische Störung nicht lediglich überdeckt wird.

Lüfter laut oder Tür schließt schlecht

Brummt oder schleift der Lüfter, kommen ein Fremdkörper, verschlissene Lüfterlager oder lose Befestigungsschrauben infrage. Eine schlecht schließende Tür lässt sich häufig zunächst an der Dichtung, dem Sitz der Tür und sichtbaren Verformungen beurteilen. Diese Prüfungen bleiben auf frei zugängliche Bereiche beschränkt:

  • Den abgekühlten Garraum nach Krümeln, Folienstücken oder anderen Fremdkörpern nahe den sichtbaren Lüftungsöffnungen absuchen; nichts in Öffnungen hineinschieben.
  • Beim nächsten normalen Betrieb auf das Geräusch achten: Ein gleichmäßiges Luftgeräusch unterscheidet sich von mahlendem Brummen, rhythmischem Schleifen oder wiederholtem Klackern.
  • Von außen prüfen, ob das Lüftergeräusch auch nach dem Ende des Garprogramms ungewöhnlich laut bleibt oder bei jeder Nutzung stärker wird; das kann zu verschlissenen Lagern passen.
  • Sichtbare Schraubenköpfe an äußeren Abdeckungen auf offensichtliches Lockersein ansehen, aber keine Verkleidung lösen und keine Schrauben am Gerät nachziehen.
  • Die Türdichtung bei kaltem Ofen rundum auf Risse, harte Stellen, Ablösungen und abgeflachte Abschnitte prüfen; auch ein ungleichmäßiger Spalt fällt dabei auf.
  • Beobachten, ob die Tür ohne Druck bündig schließt oder an einer Ecke absteht; verformte Scharniere und beschädigte Dichtungen müssen passend zum Modell ersetzt werden.

Bleibt das Schleifen nach dem Entfernen frei zugänglicher Fremdkörper bestehen oder ist die Türdichtung eingerissen, sollte ein Fachbetrieb Lager, Befestigung und Dichtung prüfen und bei Bedarf austauschen. Eigenständiges Öffnen kann Lüfter und elektrische Anschlüsse zugänglich machen; solche Arbeiten sind der Elektrofachkraft vorbehalten.

Prüfungen vor dem Anruf beim Fachbetrieb

Bevor Sie eine Backofen Reparatur beauftragen, lassen sich einige Einstellungen und Anschlüsse von außen kontrollieren. Halten Sie Modellbezeichnung, Fehleranzeige und Zeitpunkt des Auftretens fest; das erleichtert die spätere Einordnung. Für diese Prüfungen bleiben Abdeckungen und Gehäuse geschlossen. Arbeiten an Netzspannung gehören ausschließlich in die Hände einer Elektrofachkraft.

Sicherung und Stromversorgung

Prüfen Sie die Stromversorgung nur an den von außen zugänglichen Teilen der Hausinstallation und am Gerät. Bei einem fest eingebauten Backofen muss dafür nichts ausgebaut oder herausgezogen werden.

  • Kontrollieren Sie im Sicherungskasten, ob die zum Backofen gehörende Sicherung ausgelöst hat; die Beschriftung kann den Herdanschluss oder die Küche nennen.
  • Ist ein FI/RCD-Schalter gefallen, notieren Sie dies und prüfen Sie, ob weitere Stromkreise betroffen sind, bevor Sie den Schalter einmal zurückstellen.
  • Sehen Sie nach, ob der Leitungsschutzschalter für den Küchenstromkreis ausgeschaltet ist; vergleichen Sie seine Stellung mit den benachbarten Schaltern.
  • Ein Gerätestecker darf nur geprüft werden, wenn er ohne Werkzeug und ohne Verschieben eines schweren Einbaugeräts erreichbar ist; achten Sie auf festen Sitz.
  • Beobachten Sie Anzeigeleuchten und Display nach dem Einschalten: vollständige Dunkelheit, flackernde Anzeigen oder ein sofortiges Erlöschen sind hilfreiche Fehlerhinweise.
  • Bei Drehstrom kann ein Ausfall einer Phase bestimmte Funktionen beeinträchtigen, obwohl Anzeigen noch leuchten; die Prüfung am Anschluss selbst ist Sache einer Elektrofachkraft.

Löst ein Schutzschalter erneut aus oder ist ein Stecker, Kabel oder Anschluss sichtbar beschädigt, schalten Sie den Backofen nicht weiter ein. Öffnen Sie weder Gerät noch Anschlussdose und messen Sie nicht an spannungsführenden Teilen; solche Arbeiten übernimmt eine Elektrofachkraft.

Betriebsart, Uhr und Kindersicherung

Kontrollieren Sie zuerst, ob die gewählte Betriebsart zum gewünschten Heizvorgang passt. Ein Programm wie Auftauen oder nur Beleuchtung erzeugt keine reguläre Backhitze; wählen Sie zum Gegencheck eine übliche Heizart und eine Temperatur von 180 °C.

Prüfen Sie anschließend die Uhranzeige. Bei manchen Modellen startet der Ofen nach einem Stromausfall erst, wenn die Uhr neu eingestellt ist; blinkende Ziffern können auf eine nicht bestätigte Zeiteingabe oder einen aktiven Timer hinweisen. Achten Sie darauf, ob eine Startzeitvorwahl eingestellt ist oder ein Garzeitprogramm den Betrieb begrenzt. Löschen Sie eine unbeabsichtigte Zeitvorgabe nach den Schritten in der Bedienungsanleitung und stellen Sie die Uhr erneut ein.

Ein Schlüssel-, Schloss- oder „L“-Symbol steht häufig für eine aktivierte Kindersicherung beziehungsweise Bedienfeldsperre. Halten Sie die auf dem Display oder in der Anleitung angegebene Tastenkombination ein; je nach Modell kann dafür ein längeres Drücken einer Taste nötig sein. Erzwingen Sie keine Eingabe, wenn das Symbol nach der vorgesehenen Bedienung bestehen bleibt.

Notieren Sie blinkende Symbole oder Fehlercodes möglichst genau, einschließlich Buchstaben und Zahlen. Die Anzeige kann je nach Hersteller eine Einstellung verlangen oder eine Störung melden; ihre Bedeutung lässt sich über die Modellangabe in der Bedienungsanleitung zuordnen. Ändern Sie nur klar erkennbare Benutzer-Einstellungen und keine unbekannten Servicemenüs.

Backofenthermometer-Test

Ein separates Backofenthermometer zeigt, ob die tatsächliche Garraumtemperatur deutlich von der eingestellten Temperatur abweicht. Stellen Sie es auf die mittlere Einschubhöhe, wählen Sie 180 °C und eine normale Heizart und lassen Sie den Ofen 20 bis 30 Minuten aufheizen. Öffnen Sie die Tür zum Ablesen nur kurz; tragen Sie Sollwert, Aufheizzeit und Messwert jeweils gemeinsam ein.

Protokoll für eine Temperaturkontrolle bei 180 °C
PrüfschrittEintragOrientierung
Einstellung180 °C und gewählte Heizart notierenWährend des gesamten Tests dieselbe Einstellung beibehalten
Erste AblesungMesswert nach 20 Minuten festhaltenAufheizzeit und Temperatur gemeinsam dokumentieren
Zweite AblesungMesswert nach 25 bis 30 Minuten festhaltenBeide Werte vergleichen, statt nur einen Moment abzulesen
AbweichungDifferenz zum Sollwert berechnenMehr als etwa 10 bis 15 °C ist Anlass, den Sensor prüfen zu lassen

Die Temperatur kann während des Heizbetriebs schwanken; bewerten Sie daher den Verlauf der Messungen und wiederholen Sie den Test bei Bedarf unter denselben Bedingungen. Bleibt die Abweichung von 180 °C über 10 bis 15 °C, lassen Sie die Temperaturmessung und den Sensor fachlich prüfen, statt ein Bauteil selbst auszutauschen.

Einige Modelle bieten in den Menüeinstellungen einen Temperatur-Offset, mit dem sich der angezeigte oder geregelte Sollwert in kleinen Schritten korrigieren lässt. Prüfen Sie die modellbezogene Anleitung, bevor Sie diese Funktion verwenden, und notieren Sie die ursprüngliche Einstellung. Ein Offset kann eine gleichmäßige Abweichung ausgleichen, ersetzt aber keine Prüfung, wenn die Messwerte stark schwanken oder deutlich außerhalb des Bereichs liegen.

Fragen zur Backofen Reparatur

Bei einer Backofen Reparatur zählen Zustand, Fehlerbild und sichere Nutzung.

Wann lohnt sich die Reparatur eines Backofens?

Eine Reparatur lohnt sich meist, wenn der Backofen noch vergleichsweise jung ist und ein einzelnes Bauteil statt der gesamten Steuerung betroffen ist. Bei Geräten ab etwa zehn bis fünfzehn Jahren sollten Sie die Kosten eines Ersatzteils samt Arbeitszeit mit dem Preis eines passenden Neugeräts vergleichen. Berücksichtigen Sie auch den Energieverbrauch: Ein älteres Modell kann im Alltag deutlich mehr Strom benötigen. Eine Reparatur vermeidet Elektroschrott und ist nachhaltig, wenn sie die Nutzungsdauer sinnvoll verlängert. Lassen Sie sich vor der Beauftragung einen Kostenvoranschlag geben.

Warum heizt der Backofen nicht, obwohl das Licht brennt?

Wenn die Lampe leuchtet, der Garraum aber kalt bleibt, funktioniert der Lampenkreis, während der Heizkreis nicht arbeitet. Als Ursachen kommen etwa ein defekter Heizkörper, ein fehlerhafter Temperaturfühler oder ein Problem an Relais beziehungsweise Steuerung infrage. Prüfen Sie von außen, ob das Display einen Fehlercode anzeigt, und gleichen Sie ihn mit der Bedienungsanleitung ab. Notieren Sie außerdem, ob der Ausfall bei jeder Nutzung auftritt oder nur zeitweise. Bleibt die Ursache unklar, kann ein Fachbetrieb die Bauteile gezielt messen.

Kann ich das Heizelement selbst tauschen?

Den Austausch eines Heizelements sollten Sie einer Elektrofachkraft überlassen. Dafür muss das Gerät geöffnet werden; im Inneren liegen elektrische Anschlüsse, und Arbeiten an Netzspannung können zu einem lebensgefährlichen Stromschlag führen. Auch nach dem Ausschalten können Bauteile oder Anschlüsse gefährlich sein, wenn das Gerät nicht fachgerecht freigeschaltet wurde. Beschränken Sie sich darauf, Modellbezeichnung und Fehlerbild für den Reparaturtermin festzuhalten. Die Fachkraft kann das passende Ersatzteil bestimmen, den Einbau sicher ausführen und anschließend die Funktion des Backofens prüfen.

Wie sicher ist ein defekter Backofen?

Ein defekter Backofen kann Brand- oder Stromschlaggefahr verursachen; bei einem Gasgerät kommt ein mögliches Gasleck hinzu. Schalten Sie das Gerät sofort aus, wenn Rauch, Funken, ein stechender Schmorgeruch oder ungewöhnliche Hitze am Gehäuse auftritt. Verwenden Sie es nicht weiter und wenden Sie sich an einen Fachbetrieb. Riecht ein Gasgerät nach Gas, betätigen Sie keine elektrischen Schalter und verlassen Sie den Bereich; die zuständige Gas- oder Notfallstelle ist zu verständigen. Öffnen Sie das Gerät nicht und berühren Sie keine beschädigten Leitungen.